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FIFA-WM-Stadien

Der Ehrgeiz der FIFA, ihre Sponsoren bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu hofieren, ist hinlänglich bekannt. Mercedes-Busse müssen mit Hyundai-Aufklebern durch die Gegend fahren, für das leibliche Wohl des Fans sorgen exklusiv die nahrhaften Produkte von McDonald’s, Coca-Cola und Budweiser, die wiederum ausschließlich mit Bargeld oder Mastercard bezahlt werden können. Der Exklusivitätswahn schließt auch die Spielstätten selbst mit ein. Sieben von zwölf Stadien wurden für die Zeit der Weltmeisterschaft in „FIFA WM-Stadion“ umbenannt – ärgerlich für die Sponsoren, die viel Geld für die Namensrechte bezahlt haben.
So weit hätte es nicht kommen müssen. Andere Sportarten haben mit solchen Problemen umzugehen gelernt. Beispiel Formel 1: Als in mehreren EU-Staaten Tabakwerbung verboten wurde, fuhren die von Benson & Hedges unterstützten Rennwagen als „Buzzin’ Hornets“ ihre Runden. Das war viel bessere Werbung als die langweilige Aufschrift, die sonst auf dem Heckflügel stand.
Davon sollten sich die Stadionsponsoren eine Scheibe abschneiden. So hätte es nur zwei Buchstaben gebraucht, um die Hamburger AOL-Arena in einen FIFA-konformen Stimmungstempel zu verwandeln: „LAOLA-Arena“. Aus der Münchener Allianz-Arena hätte die „Eleganz-Arena“ oder - patriotisch und multikulturell zugleich! - die „Allemands Arena“ werden können. In Köln hätte man sich nicht im RheinEnergie-, sondern im „Rein-inne-Orgie“-Stadion zu Fußball, Gesang und mehr getroffen hätte. Und mit einem Schuss teutonischen Humors wäre die schöne Frankfurter Commerzbank-Arena in „Ersatzbank-Arena“ umgetauft worden.
Etwas anders, aber durchaus vorbildlich ist die Handhabung in Stuttgart, wo die FIFA gegen das Gottlieb-Daimler-Stadion nichts unternehmen konnte. Das wäre ein Modell für Stadien, deren Name sich nicht so schön verballhornen lässt. Klingt beispielsweise „Finanzoptimierer-Stadion“ nicht viel besser als AWD-Arena?
Wenn ich allerdings am 27. Juni das Achtelfinale in Hannovers FIFA-WM-Stadion besuchen darf, werde ich meinen alten 96-Fanschal aus dem Schrank holen. Denn was steht da groß und deutlich? „Niedersachsenstadion“. Jawoll, so heißt es richtig.
16.6.06 01:13


Hymnen

Zu den besonderen Momenten einer Fußball-WM gehören die Nationalhymnen vor dem Spiel. Die Spieler stellen sich in Reihe auf und präsentierten sich als Mannschaft. Dann wird die Hymne eingespielt und gesungen.
Gemeinsames Singen stärkt das Mannschaftsgefühl. Deshalb ist es kein Wunder, dass Spanien ein ums andere Mal kläglich gescheitert ist: Die spanische Hymne hat keinen Text. Kein Text, kein Gesang, kein Teamgeist.
Auch die Wirksamkeit der italienischen Hymne darf bezweifelt werden. Zwar kommt sie flott daher, doch ihr Text handelt von der Befreiung Italiens vom österreichischen Joch. Frage: Wann hat Italien zuletzt einen Titel geholt? Richtig, 1982. Zusatzfrage: Wann ist Österreich zuletzt über die Gruppenphase hinaus gekommen? Klar, 1982. Durch den Niedergang des österreichischen Fußballs hat die motivierende Wirkung offensichtlich gelitten. Vielleicht sollten die Italiener eine anti-brasilianische Hymne einführen.
Großes Potenzial hat dagegen die Nationalhymne der Schweiz, die es in vier Sprachen gibt. So können sie jederzeit in der Sprache singen, die der Gegner am meisten fürchtet: gegen Deutschland italienisch, gegen Brasilien französisch, gegen England deutsch. Und wenn ein Gegner gegen Einschüchterungsversuche immun sein sollte, kann man ihn durch Rätoromanisch zumindest irritieren.
Genug geschwätzt, ich muss wieder Singstar einschalten und die Hymne von Trinidad und Tobago üben.
„Forged from the love of liberty…“
13.6.06 14:06


Hitze

Als sich die FIFA-Delegierten vor sechs Jahren gegen Südafrika als Ausrichter der Fußball-WM entschieden hatten, haben die meisten Profis vermutlich drei Kreuze gemacht: gemäßigtes mitteleuropäisches Klima statt subtropischer Hitze. Ideale Bedingungen, keine brutalen Hitzeschlachten wie noch in Korea.
Denkste. Frankfurt, gestern Nachmittag: England macht ein paar Minuten Druck, erzielt ein Tor. Danach: gemütlicher Sommerfußball. Der Zuschauer staunt. Ergebnisverwaltung nach 10 Minuten? Gesundes Grundvertrauen in die eigene Defensive? Oder einfach englische Arroganz? Nichts von alledem, erfahren wir nach dem Spiel. Sven-Göran Eriksson: „We can play better“, aber „it was very hot“. Aha, England kommt also dem deutschen Sommer nicht zurecht? Das eröffnet neue Perspektiven fürs Achtelfinale gegen uns: Bei Sonnenschein einfach die Rasenheizung einschalten, dann stellen die Engländer das Laufen ein.
Als dann Juan Pablo Sorin (Argentinien!) nach dem Spiel gegen die Elfenbeinküste auf die deutsche Hitze hinwies (um 23 Uhr!), ging mir plötzlich ein Licht auf. Die reden gar nicht über das Spiel – die machen Werbung! Da hat sich der Wirtschaftsminister endlich mal was einfallen lassen: Ein paar Scheinchen für die Profis, und schon läuft die Kampagne für das Urlaubsland Deutschland. Der englische Fernsehzuschauer muss nicht mehr die Mittelmeerstrände Mallorcas übervölkern, denn auf Rügen ist das Wetter mindestens genauso gut. Vergesst Ibiza – Jever bietet Sommersonne, Strand und viel besseres Bier. Der Cote d’Azur setzen wir den Blankeneser Elbstrand entgegen. Und schon bald wird man auch in Schweden singen: „Ich will wieder an die Nordsee, ich will zurück nach Westerlaaand!“
Danke, Herr Glos!

PS: Pauleta (Portugal!) findet auch, es sei hier zu heiß. Spar Dir den Algarve-Urlaub.
11.6.06 22:04


WM-Träume

Schon als Kind habe ich oft von Fußball geträumt. Ob als Nationalspieler oder als einfacher Fan auf der Tribüne - auch nachts war ich immer mitten drin statt nur dabei. Mit den Jahren ließ diese Leidenschaft nach, andere Themen (Frauen, ...) nahmen ihren Platz ein. Fußball war zur Nebensache geworden.
Vor einem halben Jahr fing es wieder an. Ich träumte vom WM-Finale. Besser gesagt: Ich sah das WM-Finale. In Echtzeit. Im 16 zu 9 TV-Format. Mit Zeitlupen.
Deutschland gegen Argentinien. Argentinien spielt besser, macht die ganze erste Halbzeit lang Druck, ohne zu großen Torchancen zu kommen. Ebenso zu Beginn der zweiten Halbzeit. Dann wechselt Klinsmann Mike Hanke ein. Das Spiel kippt. Eckball für Deutschland. Schneider flankt, Hanke springt hoch. Er trifft genau unter die Latte. 1-0! Aber halt: Was zeigt der Schiedsrichter? Aufgestützt? Verdammte Scheiße!
Naja, die Zeitlupe zeigt dann, dass Hanke vielleicht doch ein bisschen mit den Armen gearbeitet hat.
Egal, die Deutschen sind jetzt stärker, haben noch ein paar Distanzschüsse. Nach genau 90 Minuten pfeift der Schiedsrichter ab. 0-0, Verlängerung. Ich wache auf.
Es war nur ein Traum. Ein außerordentlich real wirkender Traum, zugegeben. Aber natürlich darf man so etwas nicht all zu ernst nehmen.
In der nächsten Nacht habe ich wieder von der WM geträumt. Ich bin in Kaiserslautern, stehe zusammen mit meinem besten Freund vor dem Fritz-Walter-Stadion. Wir haben Karten. Wir schlendern über das Gelände. Jede Menge Fans hier, buntes Treiben. Als wir unsere Plätze erreicht haben, wache ich auf.
Jetzt wollte ich es wissen. Ich habe mich um Karten für Kaiserslautern beworben. Wenn ich Karten bekomme, dachte ich, könnte doch auch an der anderen Sache etwas dran sein. Klar, es war nur ein Traum, aber...
Es hat nicht geklappt. Die FIFA-Verlosung hat mich nicht berücksichtigt. Gut, ich neige ohnehin nicht zum Aberglauben. Ich werde trotzdem meinen Spaß an der WM haben. Public Viewing ist auch was Schönes, selbst wenn man im Finale die Brasilianer anfeuern müsste.
Am 27. April habe ich einen Brief bekommen: dass ich eine Gewinnspielkarte eingeworfen hätte. Dass ich ausgelost worden wäre. Zwei Karten für Kaiserslautern, Trinidad und Tobago gegen Paraguay. Und mein bester Freund kommt mit.
Ich neige eher nicht zum Aberglauben. Ich halte nichts von der Vorstellung, man könne die Zukunft vorhersehen. Ich mache ja auch keine WM-Tippspiele mit. Aber das mit den Karten hat trotzdem irgendwie geklappt.
Warum nicht auch das andere?
9.6.06 13:19


Wippys WM-Weblog

Liebe Besucher,

in den nächsten Wochen wird König Fußball diesen Blog regieren. Ich werde in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen meine persönlichen Erlebnisse, Gedanken und Eindrücke zur Weltmeisterschaft schildern und ihr hoffentlich den einen oder anderen lesenswerten Aspekt abgewinnen.
Kommentare und Kritik sind jederzeit willkommen.

Viel Spaß!
9.6.06 10:35





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